Dienstag, 13. August 2013

Schweren Herzens...

Leider haben sich in letzter Zeit in meinem Leben einige Prioritäten verschoben, sodass ich nicht mehr genügend Zeit für diesen Blog aufbringen kann.

Das heißt nicht, dass ich die Freude am Lesen verloren habe oder es mir keinen Spaß mehr machen würde, meine Leseerfahrungen mit dem Internet in Form von Rezensionen und Artikeln zu teilen. Das heißt nur, dass ich mich diesem Hobby leider nicht mehr in der Sorgfalt und Ausgiebigkeit widmen kann, die ich persönlich für einen gut geführten Blog voraussetze.

Darum halte ich es für das Beste den "Goldenen Buchrücken" fürs Erste still zu legen.

Dies soll kein entgültiger Abschied sein, sondern lediglich eine Pause von unbestimmter Länge. Es kann gut sein, dass mich bereits in einem oder zwei Monaten wieder die Schreiblust packt und ihr Neues von mir zu hören bekommt, genau so gut könnte es aber ein paar Jahre dauern.

An dieser Stelle noch ein herzliches Danke an meine regelmäßigen Leser (ein kleiner, aber feiner Kern) und an alle, die mit ihren interessanten Kommentaren meinen Bücherhorizont erweitert und mich in meiner Begeisterung für Bücher bestärkt haben!
     
Eure Henrietta Blümchen

Mittwoch, 12. Juni 2013

Pre-Sommer-Pause

Leider werde ich bis zum Juli keine weiteren Posts mehr schreiben können, am Semesterende ist auf der Uni einfach zu viel zu tun. Auch zum Lesen ist die Zeit etwas zu knapp. Selbst die Aktivitäten anderer Bücherblogs kann ich zurzeit nicht mehr so ausführlich und oft verfolgen, wie ich gerne hätte.
Darum also eine kleine Auszeit.

In den Sommerferien jedoch endet diese Pause natürlich wieder. Ich freue mich dann auf ein Wiederlesen!

Sonntag, 26. Mai 2013

10 Autoren, die es sich lohnt zu kennen

Oft stolpere ich auf Flohmärkten, Büchereien oder in unserem Keller über Bücher von Autoren, die mir zuvor unbekannt waren. Dann passiert es manchmal, dass ich das Buch aufschlage, anfange zu lesen und völlig überwältigt bin. Es ist Liebe auf den ersten Satz.
Natürlich will der Mensch als kommunikationsfreudiges Wesen seine grenzenlose Begeisterung über Neuentdecktes mit anderen teilen, weshalb ich immer allen Freunden von meinen neusten Lieblingsautoren berichte. Die hören sich das auch immer (scheinbar) ganz interessiert an und freuen sich mit, aber eine wirkliche Diskussion über diese Bücher kann daraus nicht entstehen. Dazu müsste mein Gegenüber den Roman oder zumindest den Autor kennen.
Vielleicht gibt es sie dort irgendwo da draußen, in den Weiten des Internets, Bücherwürmer, die auch gerne Werke halbvergessener Autoren aus Dachbodengerümpel graben, und sich nach Gleichgesinnten sehnen. Und wenn nicht, kann ich jemanden mit der nachfolgenden Liste hoffentlich für einige großartige Autoren begeistern.


T. H. White: Gilt hauptsächlich aufgrund seiner genialen vier-bändigen Neu-Erzählung der König Artus Sage „Der König auf Camelot“, die er von 1938 bis -58 verfasste, als einer der Urväter des Fantasy. Der englische Wikipedia-Artikel über ihn ist gar nicht so kurz, nur im deutschsprachigen Raum scheint er recht unbekannt zu sein. Selbst meinen Fantasy-begeisterten Freunden sagt der Name nichts, was wirklich schade ist. Denn aufgrund des schrulligen, etwas trockenen britischen Humors wirken Whites Bücher heutzutage weniger altbacken als vieles, das 40 Jahre später im Fantasy-Genre geschrieben wurde.

Paul Stewart: Auch bei diesem Autor bin ich immer wieder verwundert, dass ihn so wenige Leute zu kennen scheinen. Ich habe als Teenager alle neun Bücher der „Klippenlandchroniken“ verschlungen und auch die herrliche Fantasy-Persiflage „Muddle Earth“ hat mich in Lachtränen ausbrechen lassen. Paul Stewart schreibt Romane für Jugendliche die großteils in fiktiven Welten spielen und einen immer wieder aufs Neue mit ihrem Detailreichtum und einer spannenden, unvorhersehbaren Handlung überraschen.

Peter S. Beagle: Der dritte und letzte im Fantasy-Bereich tätige Autor dieser Liste ist gleichzeitig der, den ich am meisten bewundere. Beagle scheint ein totaler Generationenautor gewesen zu sein. „Das letzte Einhorn“, sagt zwar Einigen vom Titel etwas, doch höchstens hat man den Film dazu gesehen, der Autor ist ihnen völlig unbekannt. Selbst wer „Das letzte Einhorn“ gelesen hat, verpasst oft andere grandiose Werke des Autors, wie zum Beispiel sein Erstlingswerk „He Rebeck“ oder den sehr interessant konzipierten Roman „Es kamen drei Damen im Abendrot“. Ungewöhnliche Ideen, eine angenehme sprachliche Ruhe und Geschichten, die einen zum Nachdenken anregen, zeichnen Beagles Werke aus.

Rosemary Sutcliff: Diese britische Autorin hat viele bekannte (und unbekanntere) Sagen und Erzählungen meisterhaft für Jugendliche nacherzählt. Darunter „Robin Hood“, „Lied für eine dunkle Königin“, das vom Leben der Keltenkönigin Boudicca erzählt, „König Artus und die Ritter der Tafelrunde“ und „Schwarze Schiffe vor Troja“. Auch selbst ausgedachte historische Geschichten hat sie verfasst. Mir gefällt besonders, wie sie es schafft trotz einer recht knappen Ausdrucksweise eine Situation oder Stimmung durch geschickte Wortwahl so treffend zu beschreiben, dass es sich fast so anfühlt, als wäre man selbst dort.

Auguste Lechner: Was Rosemary Sutcliff für England ist, ist Auguste Lechner für den deutschsprachigen Raum. Die Österreicherin erzählt in ihren Büchern neben der Geschichte von König Artus und verschiedensten griechischen Sagen vor allem altdeutsche Sagen, wie das Nibelungenlied oder die Abenteuer Dietrichs von Bern meisterlich nach.

Mary Stewart: Trotz Namensgleichheit, ist damit natürlich nicht die schottische Königin gemeint, sondern die Autorin, die nicht nur für ihre dreibändige Nacherzählung der König Artus Sage aus Sicht des Zauberers Merlin bekannt ist, sondern hauptsächlich wegen ihrer romantischen Mystery-Romane. Das hört sich jetzt viel schlimmer an als es ist, denn Unterhaltung kann man in diesem Genre auch auf höchstem Niveau betreiben, wenn man sich um einen guten Schreibstil und eine Handlung mit überraschenden Wendungen bemüht. Beides macht Stewart und ist es deshalb wert, wieder mehr beachtet zu werden.

Georgette Heyer: Noch so eine Autorin, die anscheinend von einer Generation auf die andere (Naja, vielleicht schon von der vorletzten auf die letzte Generation) zu Unrecht vergessen wurde. Ihre Liebesromane, die fast ausschließlich um 1800 spielen und deren Heldinnen immer Serena oder Violetta heißen, bringen Jane-Austen-Fans auf ansprechendem Niveau zum Schmachten.

Daphne du Maurier: Du, die du oft in einem Atemzug mit Virginia Woolf, George Sand und Catherine Mansfield genannt wirst, warum scheint dich niemand mehr zu kennen? „Rebecca“ sagt vielleicht einigen etwas, aufgrund des gleichnamigen Musicals, doch wer hat von ihren anderen großartigen Romanen wie „Jamaica Inn“ oder „Meine Cousine Rachel“ gehört?
Daphne du Mauriers Unbekanntheit muss eine Einbildung meinerseits sein, anders kann ich mir es nicht vorstellen.

Cicely Mary Barker: Barker schrieb Anfang des 20sten Jahrhunderts Gedichte über Pflanzen, vorwiegend Blumen, und illustrierte jedes davon liebevoll mit einer Blumenfee-Aquarellzeichnung. Aus mir unerfindlichem Grund viel unbekannter als Beatrix Potter, deren kleinen Peter Hase auch bei uns viele kennen.

Jaclyn Moriarty: Zu guter Letzt, die wohl am wenigsten bekannte Autorin meiner Liste (Vielleicht auch, weil man sich den Namen so schwer merkt). Die Australierin schreibt lustige Jugendromane, in denen es oberflächlich nur um den ganz normalen Coming-of-Age-Wahnsinn zu gehen scheint. Ihre Hauptfiguren aber sind Teenager, die sich aufgrund ihrer Familie oder ihres sozialen Status bei Gleichaltrigen weit entfernt von Normalität befinden. Erzählt werden die Geschichten nur durch fiktive Briefe die die Hauptcharaktere sich für sich selbst ausdenken, Postkarten, Tagebucheinträge und Notizzettel, die überall hinterlegt werden. Außerdem verhalten sich auch alle Nebencharaktere immer sehr eigenartig und überhaupt ist alles immer sehr komisch und absurd. Mein Tipp: „Der Club der nackten Wahrheiten“

Habt ihr auch Lieblingsautoren, die sonst niemand in eurem Umfeld zu kennen scheint? Wer sollte eurer Meinung nach viel bekannter sein?

Dienstag, 21. Mai 2013

[Kurzrezension:] Die Gräfin wälzt sich im Schnee, Lifestyle Limericks (Erwin Rennert)

(Untertitel: „Deutsche und englische Nonsensgedichte, betreffend gekrönte Häupter, familiäre Missstände, allerlei Kunstfehler und Glück im Unglück“)

Fünfzeilige Kurzgedichte, an deren Ende sich stets eine hämische Pointe findet, oft gespickt mit schwarzem Humor oder subtiler Ironie? Immer her damit, obwohl… in Zukunft besser nicht mehr, wenn der Autor Erwin Rennert heißt.

Rennert hat einige wirklich gute Ideen, diese werden aber auf viel zu viele Gedichte ausgewalzt, nur um genügend Material für ein ganzes Buch zusammen zu bekommen, oder zumindest hat es diesen Anschein.
Sehr oft geht es in den deutsch- und englischsprachigen Fünfzeilern um Untreue, um Leute mit einem unpassenden Ehepartner oder um Frauen, die Diät halten sollten, aber dadurch nur noch mehr essen (Dieses Motiv kommt wirklich erstaunlich oft vor!). Beim ersten Mal kann man ja darüber noch schmunzeln, doch beim vierten Gedicht mit genau demselben Thema wird es etwas langweilig.
Wirklich interessant wird es nur stellenweise, wenn unrealistische Elemente, wie Drachen, in den Limericks auftauchen und dem Leser etwas Neues bieten.

Für das Fazit dieser Kurzrezension überlasse ich Erwin Rennert selbst das Wort, der am Ende seines Buches mit folgendem Limerick doch noch Mut zur Selbstironie bewiesen hat:

„An author was subject to fears
that he’d simply run out of ideas.
He had hoarded a few,
but now no longer knew
where he’d hid them. This moved him to tears.”

Sonntag, 12. Mai 2013

Die Söhne der Wölfin (Tanja Kinkel)

„Italien im 7. Jahrhundert vor Christus. Die junge Priesterin Ilian wird aus ihrer etruskischen Heimatstadt Alba verbannt und zur Heirat mit dem lateinischen Bauern Faustulus gezwungen. Ihr Weg führt sie schließlich zu dem mächtigen Orakel von Delphi, mit dem sie um Unterstützung für sich und ihre Söhne Romulus und Remus handelt. Doch das Orakle verschenkt nichts, und eine seiner Bedingungen führt Ilian nach Ägypten, in einen erbitterten Krieg dreier Völker, in dem der Verlust ihrer Freiheit die geringste aller Gefahren ist. Von der Tiefe der Erniedrigungen in die Höhen der Macht, getrieben vom Feuer des Ehrgeizes und den Banden der Liebe, verfolgt Ilian ihr Ziel. Und die Besessenheit, die ihr im Blut brennt, formt auch ihre Söhne.“



Soweit zum Inhalt des Buches, wie im Klappentext beschrieben, den ich selbst nicht besser hätte zusammenfassen können.

Tanja Kinkel wählt in ihrem Roman einen eher unkonventionellen Weg, um die Geschichte von Romulus und Remus zu erzählen: Der Leser folgt nämlich fast ausschließlich den Erlebnissen deren Mutter Ilian.

Diese ist als Hauptfigur zwar so vielschichtig wie auch alle anderen wichtigen Charaktere, doch bin ich mir nicht sicher, ob sie wirklich sympathisch ist. Sie ist zwar eine starke, eigenständige und unabhängige Frauenfigur, jedoch beruht diese Stärke hauptsächlich auf dem krankhaften Ehrgeiz und der Rachgier, von der die getrieben wird. Schamlos benutzt sie Freunde, so wie auch ihre Söhne, um ihr Ziel zu erreichen – um den König von Alba, der sie verbannt hat, vom Thron zu stoßen.
Sehr interessant fand ich auch, dass die Autorin mit dem Barden Ulsna einen Zwitter in die Geschichte einführt, eine Randgruppe der Menschheit, von deren Behandlung und Ansehen im antiken Südeuropa und Nordafrika den Wenigsten etwas bekannt sein dürfte.

Weiters lernt man durch die vielen Reisen, die Ilian unternimmt, viel über die großen Hochkulturen dieser Zeit, über Sitten, politische Wirren und vorwiegend über die unterschiedlichen Stellungen der Frau in verschiedenen Völkern.
Hier macht sich deutlich bemerkbar, wie hervorragend der Roman recherchiert ist; davon kann man sich auch beim Durchlesen der Bibliografie am Ende des Buches überzeugen.

In „Die Söhne der Wölfin“ werden also die Frauen in den Mittelpunkt gestellt. Vor allem mit Ilian wird eine Frauenfigur in den Vordergrund gerückt, die in der ursprünglichen Sage nur eine kleine Nebenrolle inne hat. Alle psychologischen Motive für ihre Taten sind genau überlegt und hinterfragt, für alle wichtigen Ereignisse der Geschichte gibt sie – manchmal auch unbewusst oder im Verborgenen – den Anstoß.
Diese Herangehensweise erinnert mich etwas an Marion Zimmer Bradleys Sagen-Nacherzählungen (In „Die Nebel von Avalon“, das die König-Artus-Sage nacherzählt, spielt Morgana le Fay die Hauptrolle, in ihrer Troja-Krieg-Interpretation „Die Feuer von Troja“ ist es die Hellseherin Cassandra, der wir folgen).

Man weiß natürlich wie die Geschichte von Romulus und Remus enden muss, doch was den Reiz dieser ausmacht, ist, dass man genau wissen will wie man dort ankommen wird.
Auch wenn man sich Ilian weder als Freundin noch als Feindin wünscht, kann man doch nicht anders, als ihr staunend über ihren Mut und ihre Ausdauer auf dem Rachefeldzug gegen den König von Alba durch das antike Griechenland und Ägypten zu folgen und mit ihr letztendlich ins Unglück zu laufen.
Verleihe dem Buch hiermit feierlich 9 von 10 goldenen Wölfinnen.

Sonntag, 21. April 2013

Wizard’s First Rule (Terry Goodkind)

(zu dt.: “Das erste Gesetz der Magie”; 1. Buch der 11-bändigen abgeschlossenen Serie „The Sword of Truth“)
“Troubles always comes in threes”, sagt ein altes Sprichwort in Westland, dessen Richtigkeit Richard Sypher, der dort als ein einfacher Waldführer lebt, eines schönen Sommertages selbst bestätigen kann. Zuerst sticht er sich an einer Ranke, die sich als giftig herausstellt, dann erblickt er ein großes, rotes, gefährlich aussehendes Wesen am Himmel und kurz darauf begegnet er mitten im Wald einer wunderschönen Frau in einem weißen Kleid, die von vier Männern verfolgt wird, die bis an die Zähne bewaffnet sind.
Richard’s Entschluss der Frau zu helfen, die sich ihm als Kahlan Amnell vorstellt, wird sein Leben auf immer verändern. Ehe er es sich versieht, lernt er einen mächtigen Zauberer kennen, muss um sein Leben kämpfen und erhält persönlich den Auftrag die Welt vor dem Despoten Darken Rahl zu retten, der nach D’Hara nicht nur Westland, sondern auch die Midlands unter seine Gewalt bringen will.




Ich meine, ich habe schon einmal erwähnt, dass ich Fantasy mag, in der man sich so richtig verlieren kann. Dazu gehört ein ausgeklügeltes Gesellschaftskonzept, d.h.: Wie Leute dort leben, welche unterschiedlichen Sitten, Gepflogenheiten und Sprachen einzelne Völker oder Stämme haben, welche politischen Strukturen es gibt. Und dazu gehört auch eine Vielzahl unterschiedlicher Charaktere die, auch wenn sie eindeutig der guten oder bösen Seite zuzuordnen sind, nie gänzlich eindimensional wirken, sondern einfach nur menschlich.

Misst man Terry Goodkinds Erstlingswerk nach diesen Maßstäben, müsste man eigentlich davor auf die Knie fallen.
Mit Richard und Kahlan als Hauptcharaktere bietet der Autor männlichen sowie weiblichen Lesern reichlich Identifikationsmöglichkeiten. Beide sind willensstarke, eigenständige und stolze Persönlichkeiten, die zwar nicht immer richtig handeln, sich aber doch stets leidenschaftlich für das Gute einsetzen.
Mit dem gefährlich aussehenden aber im Wesen herzensguten Grenzwächter Chase, der nie ohne mindestens zehn Waffen aus dem Haus geht, dem alten zaundürren Zauberer, Zeddicus Zul Zorander, der ständig hungrig ist und gerne splitternackt auf seinem Zaubererfelsen die Wolken beobachtet, oder auch mit der blinden Magierin, Adie, der ein Bein von Unterweltwesen abgeknabbert wurde und die Unheilvolles mit verschiedensten Knochen von sich fernhält, hat Terry Goodkind eine Vielzahl interessanter Nebencharaktere geschaffen.

Die Geschichte an sich enthält eher klischeehafte Elemente:
- Ein unwissender junger Mann wird plötzlich zum Held auserkoren, um die Welt zu retten, und findet sich mit Aufgaben konfrontiert, die zunächst unlösbar scheinen.
- Ein fast aussichtsloser Kampf einer kleinen Fraktion des Guten gegen das stetig stärker werdende Böse
- Verbotene Liebe zwischen den Hauptcharakteren ( War klar, oder ;) )
Der Autor kombiniert diese Elemente jedoch so geschickt und umkleidet sie mit so viel neuwertigen und unkonventionellen Ideen, dass „Wizard’s First Rule“ trotzdem aufregend und spannend bleibt.

Falls es etwas an dem Buch auszusetzen gibt, dann dass es (obwohl dezenter als bei anderen Fantasy-Werken, aber doch vorhanden) einige langatmige Stellen gibt.
Außerdem vertreten die Charaktere (oder doch der Autor selbst?!) ihre Meinung sehr plakativ und brechen ihre philosophischen Glaubensgrundsätze oft mit simplen Gleichnissen so weit herunter, das es „jedes Kind“ versteht. Ein wenig mehr Subtilität hätte hier nicht geschadet.
Für meinen Geschmack hätte Goodkind auch seine Folter- und Gewaltszenen nicht so ausführlich und detailreich schildern, wie er es getan hat.

„Wizard’s First Rule“ ist Unterhaltungslektüre, die meiner Meinung nach mehr als nur ein Mal unterhält. Abgesehen von einigen Kleinigkeiten, an denen man herumnörgeln kann, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist definitiv eines der fesselndsten Fantasybücher, die ich je gelesen habe. Bekommt einen gut sichtbaren Platz in meinem Buchregal.

Sonntag, 14. April 2013

Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär (Walter Moers)



Ja, es handelt sich bei der Titelfigur tatsächlich um den Käpt’n Blaubär den wohl viele aus der „Sendung mit der Maus“ oder dem österreichischen Apotheken-Kindermagazin „Medizini“ kennen dürften. Sein Erfinder Walter Moers setzt den Blaubär in diesem Buch, das für Erwachsene geschrieben wurde, jedoch in einen völlig anderen Kontext:
Ein Blaubär ist ein Lebewesen des Kontinents Zamonien, das 26 Leben besitzt. In „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ erzählt er uns eben die ersten dreizehneinhalb davon. Da es auf Zamonien die seltsamsten Lebensformen und erstaunlichsten Landschaften und Naturphänomene gibt, gestaltet sich sein Leben sehr abenteuerlich. Denn von Waldspinnenhexen und Tratschwellen über eine gefangene Fata Morgana und einem ewigen Tornado bis hin zu denkendem Sand und Dimensionslöchern ist hier wohl alles Spannende und Absurde, das einem in Zamonien begegnen kann, vertreten.
 

Diese fiktive Biographie hat sich vollkommen dem Humor verschrieben. 700 Seiten lang beschießt einen Walter Moers in diesem Buch mit einer herrlichen Idee nach der anderen. Jedes Kapitel sprüht nur so vor unerwarteten, auch oft grotesken Einfällen.
Wenn der kleine Blaubär mal in der Klemme steckt, ist man sich nicht nur sicher, dass alles gut ausgehen wird, sondern die Situation kommt einem häufig so absurd und komisch vor, dass man nicht anders kann als trotzdem zu lachen. Selten hat mich ein Roman konstant so erheitert wie „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“.
Besonders gefallen hat mir da zum Beispiel, die Feinschmecker Insel, die einen zuerst mit den köstlichsten Speisen mästet (Kakaoflüssen, Toastblätter, etc.), nur um einen dann selbst verspeisen zu wollen, oder das Wüstenvolk der Gimpels, das auf der Suche nach der Stadt Anagrom Ataf ziellos umherirrt und sich nur von einem Kaktus mit halluzinogener Wirkung ernährt.

Nicht nur die Situationen in die der Blaubär gerät, sondern auch die Personen auf die er trifft sind sehr erheiternd. Mit ihrem seltsamen Äußeren und noch seltsameren Angewohnheiten sind sie nicht viel mehr als Karikaturen. Trotzdem werden einem einige davon im Laufe der Geschichte tatsächlich sympathisch.
So z.B.: Die kleine hässliche Berghutze Fredda, die sich in Blaubär verliebt und ihm dauernd Bleistifte ins Ohr steckt, oder der südländische Dschungel-Zwerg Chemluth Havanna, der nur auf extrem haarige Frauen steht und mit dem sich Blaubär einige Zeit lang eine Wohnung in Atlantis teilt.

Der Roman ist zudem reichlich vom Autor selbst illustriert. In klarem Comicstil begleiten die schwarz-weiß Federzeichnungen humoristisch den Text, wobei vor allem die Porträts einiger Charaktere, denen man im Buch begegnet, einfach spitze sind.

Mal wieder Lust auf unkontrollierte Lachkrämpfe?
Mit „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ bietet Walter Moers dem Leser geballten, absurden Klamauk, der eher der Phantastik als der Fantasy im klassischen Sinn zuzuordnen ist. Wer wie ich schräge Komik sowie herrlich unmögliche Szenarien liebt, wird hieran seine helle Freude haben.
Wer allerdings mit Unrealem und Blödeleien nichts anfangen kann, wird sich wundern, dass andere darüber so herzhaft lachen können.

Montag, 8. April 2013

Sommerfreunde (Lois Lowry)

 (zu engl.: „Taking care of Terrific“)

Die 14-jährige Hedwig Irene Crowley hasst ihren Namen (schließlich enden nur Wörter wie grausig, eklig, oder schleimig auf –ig). Darum legt sie sich für einen Sommer den Namen Cynthia als Synonym zu, und mit dem neuen Namen auch gleich ein neues Leben. Das stellt sie sich toll und aufregend vor, voller neuer Bekanntschaften, Romanzen und Abenteuer. Ob das in einem Sommer funktioniert, in dem alle Freundinnen auf Urlaub sind und man selbst nichts weiter zu tun hat, als einen Zeichenkurs zu besuchen und für Taschengeld auf einen kleinen Jungen aufzupassen?
Und ob! Wenn sich der kleine Junge Tom Troll nennt, man sich im Park mit einem eigensinnigen schwarzen Saxophonspieler anfreundet und heimatlose Stadtstreicherinnen zu einem Protestmarsch für die Wiedereinführung von Rotbeereis bewegen kann, wird es selbst Hedwig alias Cynthia kein bisschen langweilig.



Ich sage es gleich frei heraus, ich bin völlig begeistert von diesem Buch.

Die Charaktere sind liebevoll entworfen und man gewinnt jeden von ihnen trotz der Kürze des Buchs bis zum Ende lieb. So wie zum Beispiel Mrs. Kolodny, die schrullige Haushaltshilfe der Crowleys, die in ihrer Zerstreuung immer alles durcheinander bringt und in ihrer Freizeit ausschließlich Soaps schaut und Schundromane liest, oder den kleinen offenherzigen Joshua, auf den Hedwig aufpassen muss.

Es ist außerdem erstaunlich wie viele Themen in „Sommerfreunde“ auftauchen, lustige sowie ernste: Vorurteile gegenüber anderen, Freundschaft, erste Jugendliebe und den Mut zu finden, für seine Träume einzustehen sind die großen Themen, die hier auf eine liebevolle, völlig unkitschige Art behandelt werden. Lowry findet nämlich eine gute Balance zwischen Humor und stellenweise fast schon melancholischer Ernsthaftigkeit.
Dies lässt sich am besten durch ein paar Zitate zeigen.

Die folgende Stelle zeigt sehr gut, wie es Lois Lowry gelingt, Stimmung zu erzeugen:
„Eben ging die Sonne unter, und alles war in pastellfarbenes Licht getaucht. Auf einer Bank saß eine Frau, schaukelte einen Kinderwagen und las eine Zeitschrift. Zwei kleine Kinder spielten im Gras, während sich ihre Mütter unterhielten. […] Ein chinesisches Pärchen lachte, wobei das Mädchen den Mund hinter den Händen versteckte. rosagoldenes Sonnenlicht wurde von den Fenstern der Wohnhäuser zurückgeworfen; ein sanfter Wind wehte, und ich wünschte mir, ich hätte Sandalen und ein Kleid mit einem weiten Rock aus einem leichten duftigen Stoff an“

In dieser Szene gefällt mir besonders, wie Lowry einem durch kleine Aktionen den Charakter ihrer Protagonisten offenbart:
„Tom Troll stand unten auf dem gepflasterten Gehsteig und untersuchte eine Raupe, die sich mühte, ihr Ziel zu erreichen, ohne zerquetscht zu werden. […] Er kauerte sich nieder, hob vorsichtig die flauschige Raupe auf und legte sie auf die Wurzeln eines dicken Baums, der am Straßenrand aus einem Rechteck herauswuchs, wo die Erde offen lag.
>Joshua!< rief seine Mutter besorgt. >Pfui, pfui, pfui! Cynthia hast du ein Papiertaschentuch? Wisch ihm bitte die Hände ab, ja?<
Ich seufzte […] und wischte Toms kleine, blitzsaubere Hände ab. Auf der Baumwurzel kuschelte sich die Raupe in ihren kleinen, gelben Pelzmantel. Sie war froh, dass man sie vom Gehsteig gerettet hatte.“

Zu guter Letzt noch kurz etwas Humorvolles:
„Mrs. Kolodny las in der Küche eine alte Ausgabe des Magazins Die gute Hausfrau, während der Geschirrspüler ratterte. Sie hatte vergessen, Spülmittel hineinzugeben, aber ich sagte nichts. Ich dachte mir, die hohe Temperatur würde die Keime wahrscheinlich umbringen.“

Wie man an den obigen Zitaten merkt hat Ulla Neckenauer eine sehr sorgfältige und stimmungsvolle Übersetzung aus dem Englischen geschaffen, was bei Romanen aus den 80ern nicht allzu oft vorkommt.

Selten hat mir ein Jugendbuch so gut gefallen. Ohne reißerisch zu sein oder in irgendeinem Punkt zu übertreiben, erzählt Lois Lowry mit "Sommerfreunde" eine spannende und liebenswerte Geschichte, die realistisch genug ist, nicht mit einem märchenhaften Happyend aufzuhören, aber einen doch mit einer inneren Zufriedenheit zurücklässt.
Altersempfehlung: von 12 bis 99 Jahre, denn für Bücher dieser Art wird man nie zu alt.

Sonntag, 31. März 2013

Drachenzwielicht (Margaret Weis, Tracy Hickman)

 (zu engl.: „Dragons of Autumn Twilight“, 1. Band der Serie: „Die Chronik der Drachenlanze“)

Sechs alte Freunde treffen nach fünf-jähriger Wanderschaft im Gasthaus  „Zur letzten Bleibe“ in der Baumstadt Solace aufeinander, um ihren Schwur zu erfüllen. Der Halb-Elf Tanis, der solamnianische Ritter Sturm Feuerklinge, der geheimnisvolle Magier Raistlin, dessen kämpferischer Zwillingsbruder Caramon, der Zwerg Flint Feuerschmied und der kleine furchtlose Kender namens Tollpan Barfuß, sind durch die Welt gezogen, auf der Suche nach Antworten auf Gerüchte über Krieg und Bösartigkeiten, die ihr Heimatland Abanasinia zu verschlingen drohen.
In Solace angekommen, merken sie schnell, dass sich hier einiges verändert hat – und nicht zum Guten. Dann stoßen sie auch noch auf das Babarenmädchen Goldmond und ihren Geliebten Flußwind, die einen magischen Stab bei sich tragen, der von Goblins und anderen verabscheuungswürdigen Kreaturen gesucht wird. Als die Gefährten versuchen, Goldmond zu beschützen und herauszufinden, was es mit dem Stab auf sich hat, werden sie erneut in ein gefährliches Abenteuer gestürzt.


 
Damit man die Geschichte richtig verstehen kann, muss man etwas über ihre Hintergründe wissen: „Drachenlanze“ ist eine Welt im Dungeons&Dragons-Universum, dem Urvater aller Rollenspiele, das seit den 70er Jahren Nerd-Herzen höher schlagen lässt. Margaret Weis und Tracy Hickman haben sich von den Abenteuern ihrer eigenen Spielfiguren inspirieren lassen und diese in der „Chronik der Drachenlanze“ niedergeschrieben.

Der Erzählung merkt man ihren Rollenspielursprung durchaus an. Die Helden geraten in ein Abenteuer, in dem sie einige Quests bestehen müssen, die mit Hindernissen gespickt sind. Ganz nach dem Schema: Laufe von A nach B und bekämpfe dort C um D zu erhalten, das du dann bei E für F verwenden kannst, usw.
Allerdings muss ich positiv vermerken, dass sich die Autoren eine schöne Vorgeschichte zu dem Geschehen im Buch überlegt haben. Weiters wirkt das Buch durch den geschichtlichen und geografischen Überbau komplexer und vielfältiger, als es das vordergründige Geschehen um die sechs Gefährten eigentlich ist.

Auch die Charaktere haben ganz RPG-like (=RolePlayGame) jeder ihre spezifischen Stärken und Schwächen und erfüllen dementsprechend bestimmte Aufgaben in der Gruppe. So gibt es zum Beispiel den finsteren Magier, der dafür überhaupt nicht kämpfen kann. Diese Aufgabe übernimmt der breitschultrige Caramon, der mit seinem Schwert alles vernichtet, was sich ihm in den Weg stellt, aber nicht gut im verstecken oder schleichen ist. Der kleine geschickte Tollpan horcht deshalb Feinde aus und öffnet leise verschlossene Türen… So hat jeder seinen fixen Platz.
Das heißt nicht, dass die Figuren uninteressant sind, sondern nur manchmal in ihren Handlungen durchschaubar.

Zur Erscheinungsform des Buches lässt sich sagen, dass „Die Chronik der Drachenlanze“ im Englischen eine Trilogie ist, doch im Deutschen (wie so oft bei übersetzten Fantasyreihen) jedes Buch zweigeteilt wurde, sodass hier sechs Bände der Serie vorliegen.
Zu guter Letzt möchte ich auch noch etwas zur Übersetzung selbst sagen, diese wirkt nämlich etwas eigenwillig. Marita Böhm hat Orte und Namen scheinbar willkürlich übersetzt oder in Originalsprache belassen. So wurden z.B.: „Neuhafen“ und „Düsterwald“ übersetzt, „Solace“ bleibt englisch. So wurden auch z.B.: „Goldmond“ und „Flußwind“ wortwörtlich übersetzt, aber der Name von Goldmonds Mutter, „Tearsong“, unübersetzt gelassen. Diese Ungereimtheiten stören den Lesefluss an manchen Stellen etwas.

Der einfache, klischeehafte Aufbau der Geschichte und seiner Charaktere, wirkt im 21. Jahrhundert etwas altbacken, war in den 80ern jedoch ein aufregendes Novum. Die Drachenlanze-Saga gilt als Vorreiter für alle Romane im Rollenspielbereich (von Starwars bis Warcraft).
Wer sich für Dungeons&Dragons oder Rollenspiele an sich interessiert oder einfach einen unterhaltsamen aber nicht zu anspruchsvollen Sword&Sorcery-Fantasyroman sucht, ist mit „Drachenzwielicht“ recht gut beraten. Mich hat allerdings die Hintergrundgeschichte zur Entstehung der Serie und zum Spieluniversum mehr fasziniert als das Buch selbst.

Montag, 25. März 2013

Eine Studie in Scharlachrot (Sir Arthur Conan Doyle)

Als Dr. Watson, ehemals Mitglied des Medizinischen Dienstes der Armee, aus gesundheitlichen Gründen beurlaubt wird und von Afghanistan nach England zurückkehrt sucht er in London aus Kostengründen einen Mitbewohner. Ein alter Bekannter vermittelt ihn an den seltsamen Sherlock Holmes und die beiden beziehen eine Wohnung in der Baker Street 221b. Es dauert nicht lange bis Watson herausfindet, dass Sherlock Holmes Privatdetektiv ist, ein Genie seines Fachs.
Bald darauf erlebt Dr. Watson selbst einen mysteriösen Mordfall: Als die beiden Wohnungskollegen zu einem sonst leerstehendem Haus gerufen werden, in dem ein Toter ohne sichtbare Verletzungen liegt, mit einem Ehering auf der Brust, und der einzige offensichtliche Anhaltspunkt des Falls das deutsche Wort „Rache“ ist, das mit Blut auf die Wand geschrieben wurde, beginnt Holmes mit großem Kombinationsgeschick bereits den Fall zu lösen.




Im ersten Band von Sherlock Holmes Abenteuern lernen wir zu Beginn Dr. Watson als gesundheitlich angeschlagenen, eher ruhigen, angenehmen Jungesellen kennen. Er ist jemand, der sich nicht in den Vordergrund drängt, seine Meinungen eher für sich behält und anderen Leuten keine Umstände macht. Er dient in den Büchern Doyles als Ich-Erzähler und berichtet uns von den Kriminalfällen, wie er sie miterlebt hat.
Sherlock Holmes hingegen ist ein sehr exzentrischer und oft auch komplizierter Mensch. Er ist sehr auf seinen Beruf fixiert, viel anderes im Leben als seine Mordfälle interessiert ihn eigentlich nicht. Alles was er lernt, lernt er nur zu dem Zweck Verbrechen aufzuklären, über andere allgemeinbildende Themen wie Literatur, Philosophie oder Astronomie weiß er so gut wie nichts.
So ist Watson zum Beispiel an einer Stelle besonders entsetzt:
„Meine Überraschung erreichte jedoch einen Höhepunkt, als ich zufällig herausfand, dass ihm die Theorie des Kopernikus und der Aufbau des Sonnensystems unbekannt waren. Dass ein gebildeter Mensch in diesem unseren neunzehnten Jahrhundert in Unkenntnis der Bewegung der Erde um die Sonne verharrte, erschien mir als solch außerordentliche Tatsache, dass ich es kaum zu begreifen vermochte.“
Diese Naivität einigen Wissensgebieten gegenüber ändert jedoch nichts an der genialen Aufklärungsmethode Sherlock Holmes‘.

Zum Fall selbst, den die beiden lösen, möchte ich eigentlich nicht mehr, als schon in der Inhaltsangabe verraten, sagen, um die Spannung nicht zu zerstören.
Darum zum Schluss nur noch etwas interessantes über den Aufbau des Buchs: Der Fall selbst ist sehr schnell – nämlich in gerade mal 83 Seiten – gelöst. In der zweiten Hälfte der Erzählung erfährt man ausführlich die Vorgeschichte des Mordes. Wirklich ausführlich, denn die Vorgeschichte beginnt Jahrzehnte davor!

Schon lange hat mich die Aufklärung eines Kriminalfalls nicht mehr so fasziniert wie bei „Eine Studie in Scharlachrot“. Es ist herrlich zu sehen, wie Sherlock Holmes durch simple logische Schlüsse, schneller zur Lösung kommt, als alle Kommissare und Polizisten um ihn, die ständig falschen Fährten hinterher laufen.
Etwas langatmig fand ich gegen Ende den zweiten Teil des Buchs, der fast ausschließlich beschreibt, wie es zu der Tat kam. Da das Buch aber insgesamt mit gerade mal über 150 Seiten recht dünn ist, hat man auch diesen Erzählungsteil recht schnell hinter sich gebracht.
Mein Fazit: Es ist recht spannend und amüsant über den exzentrischen Sherlock Holmes Bücher zu lesen, aber mit ihm zusammen wohnen möchte man dann eher doch nicht.

Montag, 18. März 2013

The Magician (Michael Scott)


(2. Band der Serie: „The Secrets of the Immortal Nicholas Flamel; zu dt.: „Der dunkle Magier“)

„The Magician“ beginnt genau dort, wo der 1. Band (Rezension dazu hier) der Serie aufgehört hat: Sophies magische Kräfte wurden von Hekate, einer der Ältesten erweckt und die Hexe von Endor hat das Mädchen die Windmagie gelehrt. Sie, ihr Bruder, Josh, die Vampir-Krieger-Prinzessin, Scatty, und Nicholas Flamel sind von Kalifornien durch einen Spiegel nach Paris geflüchtet, wo sie jedoch nicht mehr nur vom Magier John Dee, sondern auch dem unsterblichen Nicolo Maciavelli verfolgt werden. Nur gut, dass Flamel auch in seiner ehemaligen Heimatstadt alte Freunde hat, die bereit sind, ihm zu helfen. Es ist allerdings fraglich, ob diese etwas gegen alle Ungeheuer ausrichten können, die Dee und Maciavelli heraufbeschwören.
Währenddessen versucht Flamels gefangene Frau, Perenelle, aus Alcatraz zu fliehen, woran sie eine Menge schreckliche Kreaturen hindern wollen.
Das ist jedoch noch nicht das Ende aller Probleme: Nicholas und Perenelle altern unaufhörlich weiter, noch immer haben die Fieslinge die Formel für das Lebenselixier neben einem anderen großen Teil des Kodex‘ und die Zeit läuft ihnen davon…

Wer meine Rezension des ersten Bandes gelesen hat, wird sich jetzt wahrscheinlich fragen, warum ich so blöd war, mir auch noch das 2. Buch der Serie zu kaufen. Ich kann mich nur mit der Tatsache verteidigen, dass ich das Buch gekauft habe, bevor ich das erste gelesen hatte (Was eigentlich auch keine gute Entscheidung war).
Warum ich das Buch nicht einfach ungelesen aus dem Fenster werfe? Mein selbstauferlegter Leseethos verbietet es mir, Bücher auszusortieren, bevor ich mir 100%ig sicher bin, dass ich sie nieeee wieder in die Hand nehmen werde. Und das kann ich nur mit Gewissheit sagen, wenn ich sie selbst gelesen habe. (Außerdem kann ich euch so vor schlechten Büchern warnen und ihr kommt manchmal in den Genuss einer unterhaltsamen Rezension.)

Jetzt, da ich es gelesen habe, muss ich sagen: Surprise, Surprise! „The Magician“ ist tatsächlich besser als sein Vorgänger. Was allerdings leider noch lange nicht heißt, dass das Buch gut ist.

Noch immer neigen die Protagonisten zu unrealistischen Handlungen. So zu Beispiel als die Zwillinge, Flamel und Scatty aus einer Kirche flüchten, in der sie einen Alarm ausgelöst haben. Maciavelli und die Pariser Polizei ist ihnen auf en Fersen und sie müssen schleunigst verschwinden. Als Sophie Nicholas jedoch freundlicherweise anbietet mit Windmagie die verschossene Eingangstür aufzustoßen, lehnt Flamel ab, da er doch nicht zulassen kann, dass dadurch ein historisches Bauwerk demoliert wird.
Noch immer ziehen sich Passagen zäh in die Länge und für 450 Seiten passiert erstaunlich wenig, auch wenn das, was passiert, einem spannender vorkommt als im vorherigen Buch (Vielleicht ist man in seinen Ansprüchen aber auch einfach genügsam geworden).
Die Gefühlswelt der Zwillinge wird ebenfalls wieder sehr häufig beleuchtet und theatralisch ausgewalzt, wobei einem besonders Joshs ewige Eifersucht auf Sophies Kräfte auf die Nerven geht.
Und noch immer fühlt sich die Geschichte an wie ein uninspiriertes Best-of-Mythology-Potpourri; doch langsam hat man sich daran gewöhnt, dass verschiedenste Sagenfiguren miteinander in einer skurrilen Verbindung stehen und wundert sich gar nicht mehr darüber, wenn zum Beispiel griechische Götter in den Pariser Katakomben hausen.

Etwas, worüber ich mich in der Kritik des vorherigen Bandes etwas lustig gemacht habe, muss ich jedoch der Fairness halber noch richtig stellen: Nicholas Flamel ist nicht zu dumm, um sich die Zauberformel für das Elixier des Lebens zu merken, sondern sie ändert sich jedes Monat, wie in diesem Buch erklärt wird.

Da dies das letzte Buch von „Die Geheimnisse des Nicholas Flamel“ ist, dass ich gekauft habe, und auch nicht vor habe, ein weiteres anzuschaffen, ist „The Magician“ wohl auch das letzte Buch der Serie, das ich lesen werde. Wer mehr von Michael Scott kennt und seine Meinung dazu mit mir teilen möchte (und sei sie auch noch so konträr) ist herzlich dazu eingeladen.
Meine Empfehlung, die Finger von dieser Serie zu lassen, hat sich durch „The Magician“ allerdings nicht geändert.

Sonntag, 10. März 2013

[Buchgeplauder]: 5 Autoren die jeder liebt - nur ich nicht

Es gibt Autoren, die muss man einfach lieben. Das behaupten nicht nur sie selbst, sondern auch Rezensenten ihrer Werke in Zeitschriften und Fernsehen und ein Großteil meiner Freunde (wobei „Großteil“ heißt: Alle die deren Bücher selbst gelesen haben).

Wenn alle so viel Überzeugungsarbeit leisten, gebe ich mir richtig Mühe die gepriesenen Autoren ebenfalls gut zu finden, sollte es auch Jahre und etliche Bücher lang dauern.
Gefallen mir dann die Werke der Autoren noch immer nicht, verstauben sie oft im Bücherregal, denn sie könnten mir ja vielleicht irgendwann doch gefallen. Und meine inneren Zweifel sagen: Was jeder gut findet, kann doch nicht schlecht sein.

Pünktlich zum Frühjahrsputz werden jetzt aber einige Bücher ausgesondert, denn letztendlich geht es bei Romanen nur um subjektiven Genuss, ganz egal wie sehr man sich bei Rezensionen um Objektivität und Neutralität bemüht.
Hier meine persönliche Top-Five der am meisten überschätzten Autoren, durch die in meinem Bücherregal nun Platz für neues geschaffen wird:

5.) Charles Dickens: Ich liebe englische Klassiker. Ich habe mit bereits mit dreizehn Jane Austen verschlungen und habe viele langatmige Passagen der Brontë-Sisters durchgestanden. Mich stört die Langsamkeit von Elizabeth Gaskell und Wilkie Collins nicht.
Doch Charles Dickens ist langatmiger und behäbiger und sperriger, als alle anderen Klassiker, die ich jemals gelesen habe. Ich bin an der Originalfassung von „Oliver Twist“ ebenso verzweifelt wie an „David Copperfield“ und „Große Erwartungen“. Das einzige Werk von ihm, das ich als lesbar empfinde, ist „Eine Weihnachtsgeschichte“, aber das wurde von den Medien (zig Verfilmungen von Micky Maus bis zu den Muppets) schon zur Genüge ausgeschlachtet.

4.) Dan Brown: Gut, Dan Brown ist nicht überall beliebt. Es gibt genügend Foren und Blogs, in denen über ihn gelästert wird. Doch das erst seit man seine Bücher einige Jahre nach ihrem Erscheinungsdatum mit etwas Abstand betrachten kann. Am Anfang war jeder in meinem Umkreis von „Der Da Vinci Code“ und „Illuminati“ hellauf begeistert.
Ich habe es versucht, aber für die Grausamkeiten, die in seinen Geschichten geschehen, war mir sein Stil schlicht zu emotionslos. Und mit Thrillern konnte ich sowieso noch nie viel anfangen.

3.) Tad Williams: Wenn einer (neben G.R.R. Martin) als die gegenwärtige Größe des Fantasy angesehen wird, ist er es. Wer von sich behauptet, sich halbwegs in dem Genre auszukennen, kommt an Tad Williams einfach nicht vorbei. Und wehe man spreche ein Wort gegen ihn, so ziehe man auf sich den Zorn aller, die dies lesen oder – außerhalb des Internets –  hören.
Ich halte ihm zwar zugute, einige originelle Ideen in die epische Fantasy gebracht zu haben, doch schnelles Voranschreiten der Handlung ist leider nicht unbedingt seine Stärke. In jedem der Bücher, die ich von ihm gelesen habe, hätte man getrost 200 Seiten streichen können, ohne dass einem als Leser etwas gefehlt hätte. Ich habe mich durch „Shadowmarch“ und den noch zäheren Folgeband „Shadowplay“ gekämpft und es mit dem ersten Band der Serie „Das Geheimnis der großen Schwerter“, „Der Drachenbeinthron“, versucht, doch Tad Williams‘ Langatmigkeit hat meinen Lesedurst letztendlich bezwungen.

2.) T.C. Boyle: Bei T. C. Boyle tut es mir richtig leid, dass ich ihn nicht mögen kann, denn ich finde seine Ideen originell und witzig. Es ist wieder einmal mehr das Drumherum als der Kern, der mich stört. In der Kurzgeschichtensammlung „Tooth and Claw“ wimmelt es zwar nur so von spannenden und skurrilen Ansätzen, jedoch hat keine einzige der Geschichten ein richtiges Ende! Mir kommt vor, dass sie alle einfach mitten in einer Situation aufhören, weil Boyle einfach keine Lust hatte, sich eine gute Auflösung des Problems zu überlegen.
Von seinen Romanen, habe ich es mit „Drop City“ versucht, war aber nach über 200 Seiten noch immer gelangweilt, mochte die Charaktere nicht wirklich und hatte das Gefühl, dass nichts passierte.
Also, auch wenn es wehtut, ich sage T.C. Boyle auf immer Adieu.

1.) Neil Gaiman: Dieser Autor schafft wahre Fronten unter Lesern fantastischer Geschichten. Entweder man liebt ihn abgöttisch oder man hasst ihn aus tiefstem Herzen; eine etwas gemäßigtere Haltung dazwischen scheint es nicht zu geben. Ich muss leider gestehen zur zweiten Sorte zu gehören.
Ich fand „Coraline“ schrecklich zu lesen (obwohl mir der Film sehr gut gefiel), bei „The Graveyard Book“ war nichts interessant bis auf die Titelillustration, die von Chris Riddell stammte. Außerdem kam mir die Idee von einem Menschen, der auf einem Friedhof lebt und mit Geistern reden kann, sehr von Peter S. Beagles „He! Rebeck“ abgekupfert vor. Bei „Der Sandmann“ finde ich zwar die Grundidee gut, kann aber mit der Umsetzung nichts anfangen.
Neil Gaiman wird also ab sofort nicht mehr nur in meinem Bücherregal stehen, auch wenn „es gut aussieht“.

Wie ist das mit euch; gibt es auch Autoren oder Bücher, die ihr nicht leiden könnt, obwohl euch jeder einredet, dass sie absolut toll sind?

Mittwoch, 6. März 2013

Dr. Jekyll and Mr. Hyde (Robert Louis Stevenson)


Mr. Utterson, ein Anwalt eher nüchternen Charakters, kann sich bei bestem Willen nicht erklären, warum sein ehrenvoller, respektabler Freund, Dr. Henry Jekyll, in seinem Testament als einzige Person den mysteriösen Edward Hyde bedenkt. Als Mr. Utterson von allen Seiten von immer skandalöseren und schrecklicheren Ereignissen berichtet wird, deren Ursache bei Mr. Hyde zu liegen scheint, beginnt Jekylls Freund misstrauisch zu werden. Er macht sich auf eigene Faust im nächtlichen London auf die Suche nach dem abstoßenden, finsteren Mr. Hyde, fest entschlossen, die Verbindung die zwischen diesem und Dr. Jekyll herrscht, aufzudecken. Noch ist ihm dabei nicht bewusst, welch schockierende  Entdeckung er machen wird.






Ich weiß nicht in wie vielen Fernsehserien, Filmen und Büchern, die ich kenne, auf „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ Bezug genommen wird (Das fängt beim gleichnamigen Musical an und hört irgendwo beim Trashgothicfilm „Van Helsing“ auf). Was einem beim Lesen deshalb als Erstes auffällt, ist, wie diese, mit ihren nicht einmal 100 Seiten recht kurze, Erzählung in anderen Medien fantastisch ausgeschmückt, aufgebauscht und umgemodelt wird.
Erwartet man dadurch vom Original zu viel, wird man im ersten Moment also etwas enttäuscht, bis man sich etwas näher mit der Frage beschäftigt, warum Stevensons Geschichte so populär und faszinierend ist.

In „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ beleuchtet Stevenson auf spannende Weise die Abgründe der menschlichen Seele. Er macht das Verlangen eines jeden Menschen, einmal das gute Gewissen, Sorgen und Skrupel hinter sich lassen zu können, anhand einer gespaltenen Person für den Leser einfach sichtbar.
Dr. Jekyll leidet unter der Zerrissenheit zwischen dem was gut, richtig und in der Gesellschaft anerkannt ist und seinen eigenen Wünschen und Träumen, die er ungestraft ausleben möchte. Doch als er schließlich einen Weg findet, ungezwungen und frei handeln zu können, nicht länger vom Gewissen an seine Pflichten und Anstand gebunden, wird ihm dies zum Verhängnis.

Dadurch, dass wir als Leser die Geschichte durch den Anfangs unwissenden Mr. Utterson miterleben, werden wir nur Stück für Stück an die schreckliche Wahrheit herangeführt; es bleibt bis zum Schluss spannend.
Die Charaktere werden dabei durch die Kürze der Geschichte eher eindimensional eingeführt, was die Erzählung allerdings nicht stört, da so das Augenmerk lediglich auf das Wesentliche gelenkt wird.

Wie zuvor schon kurz gesagt, war ich anfangs ein wenig von „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ enttäuscht. Andere Versionen der Geschichte haben mir vorher einen viel aufregenderen und bombastischeren Eindruck über das dunkle Geheimnis der beiden Männer vermittelt. Nachdem ich mich allerdings auf das Original eingestellt hatte, wurde es gegen Ende für mich doch noch recht spannend.
Ich meine, es lohnt sich, sich einen Abend vor dem Schlafengehen durch das Büchlein zu lesen, um das Original zu kennen; auch wenn ich danach nicht für gute Träume garantieren kann.

Freitag, 22. Februar 2013

[Fundstück]: Der Herr der Ringe

Jeder unter euch hat bestimmt einige Weihnachts- oder Winterferientraditionen.
Eine von meinen ist, den "Herr der Ringe" zu lesen. Jedes Jahr, immer um die gleiche Zeit, von vorne bis hinten.
Da das aufgrund der Dicke des Buches manchmal ein wenig länger dauern kann, wie die Ferien lang sind, stelle ich euch erst heute eine meiner Lieblingsausgaben dieses Standartwerkes der Fantasyliteratur vor.

Diese deutsche Ausgabe, die 2000 vom Klett-Kotta-Unterverlag Hobbit-Presse herausgegeben wurde, enthält eine Neu-Übersetzung des Textes  von Wolfgang Krege (Die früher erschienen Ausgaben wurden von Margaret Caroux ins Deutsche übertragen). Ich persönlich besitze ein Exemplar der 2001 erschienenen 7. Auflage dieser Aufmachung.





          














Der ganze "Herr der Ringe" (d.h.: alle 3 Teile, bzw. alle 6 Bücher) befindet sich in einem faden-gebundenen Buch mit rotem Stoffeinband. Auch die nach außen schauenden Seitenflächen sind rot eingefärbt.
Um sich zu merken, wo man gerade beim Lesen ist, hat man zwei Lesebändchen zur Verfügung, eines in rot und eines in Gold.
Auf der Buchrückseite ist in goldernen Lettern der Titel eingeprägt.


Zu dem Buch kommt aber auch ein schöner Schutzumschlag, auf dem unter anderem ein Auge (Ich meine, es ist Saurons) in einem Ring zu sehen ist. Sehr schön finde ich hier, dass der Spruch, der auf dem Ring eingraviert ist -  "Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden / ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden" - tatsächlich in elbischen Buchstaben in Hochdruck eingeprägt wurde.
Doch das Beste sind die zwei Landkarten, die hinten im Buch beigelegt sind, sodass man beim Lesen immer genau mitverfolgen kann, wo denn die Abenteuer der Helden gerade stattfinden.



Auch auf eine schöne Gestaltung des Buchinneren wurde geachtet. Jeder Kapitelanfang wird von einer kleinen zweifärbigen Graphik begleitet, die einen Landschaftsausschnitt darstellt, manchmal etwas surreal angehaucht. Auch inmitten der Kapitel gibt es manchmal stilisierte Landschaftsszenen.

Es gibt im Internet viel Murren um die Übersetzung von Wolfgang Krege, was ich nicht wirklich nachvollziehen kann. Klar, ein wenig seltsam ist es schon, wenn Sam Frodo mit "Chef", statt mit "Herr" anspricht, oder wenn die Hobbits mit Aragorn am Anfang per-Sie sind, anstatt den königlichen Plural zu verwenden.
Dies sind aber nur stellenweise Schwächen, über die ich hinwegsehen kann.
Im Vergleich mit Margaret Caroux'  hat Wolfgang Krege vielleicht nicht immer so wortgetreu übersetzt, aber er schafft es dafür viel besser, die getragene, etwas sperrig verstaubte Sprache des Originals genau so ins Deutsche zu übertragen, dass das Gefühl, den der englische Text bei einem auslöst, erhalten bleibt. Man fühlt sich beim Lesen wie in eine alte Sagenwelt entrückt.

Die Ausgabe ist leider nur mehr antiquarisch, erhältlich. Wer ein gut erhaltenes Exemplar ergattern möchte, muss schon recht tief in die Tasche greifen. Doch für jeden fanatischen Tolkien-Anbeter, oder auch für jeden normalen deutschsprachigen Tolkien-Fan, der sich so ein dickes Buch auf englisch nicht zutraut, ist dieses Exemplar auf jeden Fall eine gute Wahl.

Falls jemand andere schöne deutschsprachige Ausgaben des "Herrn der Ringe" kennt, kann er mir das gerne mitteilen.  :)